Philosophie

In meinen Kursen, Seminaren und auch in der therapeutischen Arbeit möchte ich den Teilnehmern als Mentor in ein Abenteuer entführen. Ein Abenteuer ist eine Reise die mit einer bestimmten Aufgabe in Verbindung steht. Eine Aufgabe die nur jeder für sich selbst erfüllen kann. So gebe ich die notwendigen Impulse für solch ein Abenteuer  und stehe den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite, ohne ihre Kreativität und Lösungswege zu beschneiden. In der Einzelarbeit kommen einige Menschen als Suchende zu mir, die anderen haben konkrete persönliche Ziele und möchte sich selbst und ihr Handeln in gewissen Situationen bewusster wahrnehmen.

ᛃ Jera bedeutet wörtlich übersetzt “Jahr” und symbolisiert den ewigen Rhythmus von Kommen und Gehen, Sommer und Winter, Saat und Ernte, Himmel und Erde oder allgemein den ewig wirkenden, wechselnden Kreislauf der Zeit…

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Ich selbst sehe darin meine Verbindung mit altem Wissen aber auch die Fähigkeit, in dieser Zeit der Supermärkte, Online-Einkäufe, Heizungswärme und Television, nicht den Bezug zu unseren Wurzeln zu verlieren. Früher änderte sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten nicht nur das Wetter, nein, auch die Menschen mussten ihre Gewohnheiten, ihr Konsumverhalten und ihre Arbeit an die Natur anpassen. Nach einem Winter, hat man nicht nur gegen Schnee und Eis gekämpft, sondern wieder und wieder gegen das Schicksal und sich selbst. Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich selbst und in der Welt. In der Natur und ihren Prozessen können wir uns immer wieder selbst prüfen und reflektieren. Alles in der Natur ist geworden; hier finden wir keine ewige Tatsachen, keine absoluten Wahrheiten – alles wandelt sich im Strom des Lebens und im Augenblick des Moments.

Das moderne Leben ist furchtbar komplex, voller Fremdbestimmung, Richtlinien, halb gewollt und halb gezwungener Pflichten, unbeweglicher Strukturen und seltsamen gesellschaftlichen Idealen. Wenn man Kontakt zum Wesentlichen hatte, die natürlichen Ordnungen für sich entdeckt hat und man fähig war seine Ängste beiseite zu schieben, wird einem bewusst dass man nicht viel benötigt um zu leben. Die Natur wird ein Ort ohne Wertung, die raue Wildnis schleift das geplagte Herz wieder sanft und birgt eine Zeit in der man selbst wieder Gestalter seines Handelns wird.

Menschen, die einen Konflikt erleben, brauchen heilsame Räume der Offenheit, ein Milieu des Vertrauens, der Verschwiegenheit und der Akzeptanz, Orte an denen ihre Seele, ihr Geist, ihr Körper sich geschützt, ermutigt, gestärkt und belebt fühlen.
Ich lege großen Wert darauf, solche individuellen Räume zu eröffnen. Unsere Erfahrungen und unser Erleben sind die Basis für unser Sein und Empfinden, das Fundament unserer Identität beruht auf den Eindrücken unserer Lebensreise.
Es gilt ein respektvolles Sehen auf das, was einem Menschen früher begegnet ist und was ihm jetzt begegnet. Manchmal kann ein Zusammenhang für das jetzige Verhalten entdeckt werden. Dadurch können häufig neue Möglichkeiten des Empfindens und Verhaltens eröffnet werden und wir können gemeinsam einen Wandel durchschreiten, Zeuge einer Veränderung werden und uns kleinschrittig und wertschätzend uns selbst gegenüber, in die Zukunft hineindenken.

Wir können lernen unsere persönlichen Bedingungen, Voraussetzungen und Ressourcen als sehr wertvoll zu erachten.
Eine individuelle, persönliche Beratung kann eine gute Voraussetzung schaffen, das konflikthafte Geschehen neu zu bewerten und mit eigenen kreativen Ressourcen und Prozessen zu bearbeiten. Eigene Fähigkeiten, Wünsche und Träume können wieder entdeckt werden. Mit Konfliktpartnern, Schicksalschlägen und den eigenen Bedürfnissen kann selbstständiger und selbstbewusster umgegangen werden.
Oft wird eine erleichternde „Ent-Rätselung“ des eigenen Verhaltens erlebt. Eine Reduktion des erlebten Stresses stellt sich ein.

Wie Goethe schon wusste, behalten wir von unseren Studien doch nur das, was wir auch praktisch angewendet haben. Der pädagogische Ansatz konzentriert sich in erster Linie auf die Erfahrungen und den Wissensaustausch in der Natur, die Begleitung projektinterner Prozesse sind zentraler Bestandteil und wichtigster Wirkfaktoren des Gesamtprojektes. Sekundär werden durch die Gruppendynamik und die Interaktion zwischen Mentoren und Klienten folgende Aspekte unterstützt:

  • Ressourcenaktiverung und -stärkung
  • Selbstermächtigung fördern
  • Relativierung und Umstrukturierung destruktiver Glaubenssätze
  • Fördern von kognitiven und emotionalem Persönlichkeitswachstum
  • Förderung des Mentalisierens
  • Konstruktiver Umgang mit Konflikten (weder vermeidend, noch aktiv suchen, klärende Gespräche möglich)
  • Grenzen-Sensibilisierung und Grenzen-Entwicklungsarbeit
  • Vermittlung sozialer Kompetenzen
  • Erleben von “gesunden” Beziehungen
  • Verbesserung der Sinnes – und Körperwahrnehmung
  • Selbstwertschätzung der Klienten durch Verständnis der “alten Geister” fördern: Psychoedukation
  • Selbstwirksamkeit fördern
  • Resilienz fördern
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Wenn man den Urprung der Menscheit kennen will,

andere Gesellschaften verstehen will,

und sich selbst den schwachen Lack der Widernatürlichkeit,

den man uns aufgezwungen hat, abstreifen möchte.

Ist es wohl an der Zeit diese sozialen Strukturen

mit Abstand innerhalb seiner Erfahrungen wirken zu lassen.

Hört man zwischen Stahlbeton und Verkehrschaos,

eine Stimme aus wilder Ferne, die uns seltsam vertraut

in die Wälder ruft…

So ist es an der Zeit eine neue Partnerschaft einzugehen,

eine Symbiose zwischen Natur und sich selbst.

Es ist weder eine Vertreibung aus dem heutigen Leben

noch eine Entfremdung von Gesellschaft und Zivilisation.

Es ist eher eine Betrachtung von Welt und Mensch

aus möglichst großer Distanz…

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Tobias Lehmann